Bad Statistic of the Month

Berlin psychologist Gerd Gigerenzer, economist Thomas Bauer from Bochum, and statistician Walter Krämer from Dortmund began publishing the “Bad Statistic of the Month” (“Unstatistik des Monats”) in 2012. Katharina Schüller, managing director and founder of STAT-UP, joined the team in August 2018. Every month they question recently published statistics and their interpretations. Their underlying aim is to help the public deal with data and facts more rationally, interpret numerical representations of reality correctly, and describe an increasingly complex world more adequately. Further information on this initiative can be found at www.unstatistik.de and on the Twitter account @unstatistik.

The Unstatistik des Monats/Bad Statistic of the Month is available in German only.

Alle Unstatistiken des Monats

Väter, die Elternzeit nehmen, haben ein geringeres Scheidungsrisiko

Auf ihrer LinkedIn-Seite veröffentlichte die AllBright Stiftung im Januar einen Beziehungstipp: „Väter, nehmt Elternzeit!“. Die Stiftung, die sich für die Gleichstellung von Mann und Frau einsetzt, verweist dabei auf Forschungsergebnisse, die zeigen, dass es auch den Ehen von Vätern guttut, Elternzeit zu nehmen. Denn Väter, die Elternzeit nehmen, hätten ein geringeres Scheidungsrisiko: die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Paar trennt, würde dann um 25 Prozent sinken.

Das Forschungsprojekt, auf das die AllBright Stiftung verweist, verwendet einen Datensatz von Eltern in den USA, deren Kinder im Jahr 2001 geboren wurden und die bis zum Jahr 2007 mehrmals befragt wurden. In die Analyse gingen nur Beobachtungen von Vätern ein, die zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes und danach beschäftigt waren. Mit dieser Stichprobe zeigen die Autoren durchaus, dass Väter, die nach der Geburt des Kindes im Jahr 2001 Elternzeit nahmen, bis zum Jahr 2007 eine um 29 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit hatten, sich von der Mutter des Kindes zu trennen (die Wahrscheinlichkeit einer Trennung zwischen 2001 und 2007 sinkt von 7,5% auf 5,6%, wenn die Väter Elternzeit nehmen).  

Bild von Eltern mit Kinderwagen pixabay
Bild von Eltern mit Kinderwagen pixabay
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Unstatistik des Monats: Gewalttätige deutsche Ehemänner

Die Unstatistik beschäftigt sich zum Jahresende mit Meldungen zur Gewalt in Partnerschaften.

Gemäß dem Bundeskriminalamt waren im Jahr 2021 die häufigsten der über 140.000 Delikte in Partnerschaften vorsätzliche einfache Körperverletzung, gefolgt von Bedrohung, Stalking und Nötigung, sowie gefährlicher Körperverletzung. Etwa jeder vierte der Partnerschaftsgewalt verdächtige Mann stand zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss, bei tatverdächtigen Frauen – 21 Prozent aller Verdächtigen sind weiblich - jede fünfte. Zwei von drei Tatverdächtigen häuslicher Gewalt seien deutsche Staatsangehörige. Das meldete unter anderem tagesschau.de Ende November und liefert damit ein schönes Beispiel für das, was man als Ignorieren von Grundraten bezeichnet. Die Anzahl von Männern und Frauen in Beziehungen ist etwa gleich, nicht aber jene von solchen mit deutscher oder ausländischer Herkunft.

Dunkle Wolken am Himmel
Bild von FelixMittermeier auf pixabay
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Frauen in Vorständen verdienen deutlich mehr als Männer

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, der sogenannte „Gender Pay Gap“, war schon mehrfach Thema der Unstatistik. Diesmal greifen wir sie wieder auf, aber mit umgekehrten Vorzeichen. Denn eine Pressemitteilung der Unternehmensberatung EY zu den Ergebnissen des „Mixed Compensation Barometer“ der Firma stellt fest, dass Frauen in den Vorständen deutscher Spitzenunternehmen (DAX, MDAX und SDAX) im Schnitt gut 2,4 Millionen Euro und damit 348.000 Euro oder knapp 17 Prozent mehr als ihre männliche Kollegen verdienen. CEOs wurden dabei ausgeklammert.

Bild mit Titell "Mind the Gap"
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Vegane „Massen“-Bewegung auf der Wiesn

Die Unstatistik des Monats Oktober ist der „Erfolg“ der veganen Weißwurst auf dem diesjährigen Münchner Oktoberfest. Dieser soll vorab keinesfalls sicher gewesen sein, schreibt das Online-Portal Vegpol. Die Kabarettistin Monika Gruber dachte bei einer Verkostung der Wurst aus Erbsenprotein jedenfalls eher an gepresste Sägespäne, geschmacklich an Montageschaum. Gleichwohl forderte die Münchner Splitterpartei V-Partei³ eine 100 Prozent vegane Wiesn. Was kommt als Nächstes die Forderung nach einer alkoholfreien Wiesn?

Wiesn Brezeln
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Unstatistik des Monats: p-Werte und Placebo-Effekte - wie Globuli wirken

Im September sorgten verschiedene Meldungen zur Sinnhaftigkeit von homöopathischen Behandlungen für heftige Diskussionen. Die Weiterbildung im Bereich der Homöopathie wird von immer mehr Ärztekammern eingestellt, sodass Ärzte nicht mehr mit dieser Behandlungsform werben dürfen. Der grüne Landesgesundheitsminister in Baden-Württemberg, Manne Lucha, widerspricht dieser Entwicklung und will solche Vorgange genau prüfen lassen. Die Arzneimittelexpertin derselben Partei, Paula Piechotta, widerspricht dagegen der These, es gabe „eine ganze Reihe klinischer Studien, die eine Wirkung der Homöopathie belegen“ wurde. Und die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen- Kim macht in ihrer vielbeachteten Sendung MaiThinkX in ZDFneo deutlich, dass von Globuli keine Wirkung zu erwarten sei.

Globuli mit Blatt
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